Brief an die Aktionäre

STEFAN FEUERSTEIN (links)
UND WALTER OBERHÄNSLI.

Liebe Aktionärinnen, liebe Aktionäre
Die Zur Rose-Gruppe hat nach den umfangreichen Investitionen der Vorjahre und der Durchführung einer Kapitalerhöhung im Herbst 2016 konsequent in den Wachstumsmodus umgeschaltet. Mit den ab dem dritten Tertial massiv verstärkten Marketing­aktivitäten von DocMorris in Deutschland wurde eine deutliche Beschleunigung der Umsatzentwicklung eingeleitet. Zeitgleich startete Zur Rose in der Schweiz mit der Eröffnung der Pilot-Flagship-Apotheke in Bern erfolgreich mit der Umsetzung der Omni-Channel-Strategie. Damit verstärkt das Unternehmen die multioptionale Vernetzung der Absatzkanäle.

Als die in Europa führende Versandapotheke nutzte die Zur Rose-Gruppe 2016 die Chancen des sich dynamisch entwickelnden Marktumfelds. Über die Umsetzung der laufenden Wachstumsinitiativen hinaus sieht die Gruppe erhebl­iches Potenzial für weitere Expansionsschritte. Auf der Basis moderner, skalierbarer Distributionsplattformen profitiert Zur Rose dabei von ihrer etablierten, starken Marktstellung in einem sich zu ihren Gunsten verändernden Marktumfeld.

Marketingeffort beschleunigt Wachstum — Der konsolidierte Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr trotz der Aufgabe einiger Randaktivitäten um 5.4 Prozent auf CHF 880 Mio. Das sich beschleunigende Umsatzwachstum bestätigt die Wirksamkeit der deutlich erhöhten Marketingaufwendungen zulasten der kurzfristigen Ergebnisentwicklung. Insgesamt wurde das Ergebnis planungsgemäss mit rund CHF 14 Mio. belastet. Davon entfallen CHF 9 Mio. auf die Marketingkampagne von DocMorris in Deutschland und die Lancierung der ersten Zur Rose-Flagship-­Apotheke in Bern, CHF 2 Mio. auf die Einführung neuer, leistungsstarker IT-­Systeme in Frauenfeld sowie CHF 3 Mio. auf Aufwendungen im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung. Bereinigt um die vorgenannten Effekte lag das Ergebnis auf EBITDA-Stufe in der Vorjahresgrössenordnung.

Bei gleichbleibender Bruttomarge wurde ein Betriebsergebnis (EBITDA) von CHF 2.1 Mio. (2015: CHF 15.8 Mio.) erzielt; das Unternehmensergebnis schlägt mit minus CHF 12.8 Mio. (2015: CHF 3.4 Mio.) zu Buche. Im Rahmen der Kapital­erhöhung flossen der Gesellschaft im Herbst CHF 40 Mio. neues Eigenkapital zu. Zur Rose verfügte per Jahresende über eine komfortable Eigenkapitalquote von 39.7 Prozent (2015: 31.2 Prozent).

Zur Rose — Unter der Marke Zur Rose konnte der Umsatz in der Schweiz und in Deutschland um knapp 2 Prozent auf CHF 531 Mio. gesteigert werden. Mit einem Umsatzplus von 4 Prozent verzeichnete das Ärztegeschäft im Heimmarkt Schweiz das stärkste Wachstum. Vor dem Hintergrund der strategischen Bedeutung des Ärztegeschäfts bildeten das Management und die Ärztevertreter des Verwaltungsrats 2016 einen Beirat, der den Transformationsprozess der Arztrolle in einem zunehmend digitalisierten Gesundheitswesen begleitet und unterstützt.

Durch den Verzicht auf nicht profitable Umsätze im Bereich Specialty Care und durch den Entfall des Geschäfts mit rezeptfreien Arzneimitteln nach dem Bundesgerichtsurteil von 2015 verringerte sich der Umsatz des B2C-Geschäfts um 7 Prozent. Im klassischen Versand rezeptpflichtiger Arzneimittel an Privatkunden nahmen die Verkäufe indessen weiter zu. Die im August 2016 begonnene Umsetzung der Omni-Channel-Strategie gab diesem Geschäftsbereich zusätzlichen Auftrieb. Die nächste Apotheke folgt im Sommer 2017 im Rahmen der strategischen Kooperation mit der Migros.

DocMorris — DocMorris erhöhte 2016 den Gesamtumsatz um 12 Prozent auf CHF 361 Mio. Mit rezeptfreien Arzneimitteln (OTC) steigerte sie den Umsatz um über 50 Prozent auf erstmals über EUR 100 Mio. und gehört damit auch beim OTC-Versand zu den führenden Versandapotheken. Der Europäische Gerichtshof beseitigte mit seinem Urteil vom 19. Oktober 2016 für Apotheken im EU-Ausland das 2012 eingeführte Handelshemmnis, was das zukünftige Geschäft mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln deutlich begünstigt. Im vierten Quartal konnte DocMorris daher im Bereich der rezeptpflichtigen Medikamente erstmals seit dem Bonusverbot eine positive Neukundenentwicklung herbeiführen. Unabhängig vom Urteil startete DocMorris bereits im September eine deutschlandweite TV-Kampagne, die den auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten fokussierten Leistungsumfang der Versandapotheke kommuniziert.

Kapitalmarkt erkennt Potenzial — Der Aktienkurs von Zur Rose hat sich 2016 mehr als verdreifacht und spiegelt damit die Zuversicht des Kapitalmarkts in das Geschäftsmodell und die Zukunftsaussichten der Gesellschaft wider.

Verzicht auf Dividende — Mit Blick auf die langfristige Entwicklung der Zur Rose-Gruppe erachtet es der Verwaltungsrat als richtig, die Finanzmittel im Unternehmen zu belassen, um damit auch 2017 konsequent das Wachstum zu finanzieren. Aus diesem Grund wird er der Generalversammlung am 4. Mai 2017 vorschlagen, in diesem Jahr auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten.

Ausblick und Dank — Die Zur Rose-Gruppe beabsichtigt, 2017 ihre europäische Marktführerschaft im Arzneimittelversand forciert auszubauen. In Deutschland wird die TV-gestützte Mediakampagne das auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Wachstum von DocMorris begünstigen. Im Heimmarkt Schweiz soll das Kerngeschäft, unterstützt durch die neuen Vertriebskanäle, für weiteres Wachstum sorgen.

Die verstärkten Wachstumsaktivitäten werden wir gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umsetzen, denen wir für ihren grossen persönlichen Einsatz danken. Auch unseren Kundinnen und Kunden gebührt ein besonderer Dank für die langjährige Treue. Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, danken wir herzlich für Ihr Vertrauen. Wir sind mehr denn je überzeugt, in eine weiterhin erfolgreiche Zukunft zu blicken.

Prof. Stefan Feuerstein
Präsident des Verwaltungsrats

                    

Walter Oberhänsli
Delegierter des Verwaltungsrats
und CEO