Geschäftsentwicklung Zur Rose

Dank neuer, zukunftsgerichteter Services gelang es Zur Rose, sich weiterhin als innovative Dienstleisterin in der Arznei­mittel­distribution zu positionieren. In der Schweiz vermochte sie die starke  Stellung im Ärztegeschäft weiter auszubauen. Am Bahnhof Bern eröffnete Zur Rose die erste Flagship-Apotheke und bietet seither den kanal­über­grei­fenden Bezug von Produkten. In Deutschland setzte das Dienstleistungs­un­ter­nehmen Zur Rose Pharma Marketing­mass­nah­men in einem wettbewerbsin­ten­siven Umfeld gezielt und wirksam um.

Geschäftsentwicklung Zur Rose CH

Dynamische Entwicklung im Ärztegeschäft — Mit einem Umsatzplus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete Zur Rose im Ärztegeschäft auch im Berichtsjahr 2016 ein erfreuliches Wachstum und behauptete sich in einem herausfordernden Umfeld weiterhin als eine der führenden Ärztegrossistinnen in der Schweiz. Über die reine Medikamentenbelieferung hinaus bietet Zur Rose umfassende und massgeschneiderte Dienstleistungen. Für die Ärztekunden stellen diese einen einzigartigen Mehrwert dar. Zur Rose vermochte denn auch mehrere Gruppenpraxen und Praxisnetze als Neukunden zu gewinnen. Die Marktkonsolidierung schritt im Berichtsjahr weiter fort. Dies zeigte sich insbesondere in der Ankündigung der Übernahme von Pharmapool durch Galexis, die im Januar 2017 vollzogen wurde.

Stärkung der Selbstdispensation — Als ärzte­naher Partner unterstützt Zur Rose die Weiterentwicklung des Erfolgsmodells Selbstdispensation (SD). Zu diesem Zweck lancierte sie 2016 gemeinsam mit der Vereinigung der Ärzte mit Patientenapotheke (APA) den sogenannten SD-Rappen: Für jede gelieferte Medikamentenpackung fliesst ein Rappen in einen Fonds. Dessen Mittel werden für Massnahmen zur Stärkung der Selbstdispensation verwendet und von der APA treuhänderisch verwaltet. Ein Gremium aus Vertretern von Ärzten, APA und Zur Rose entscheidet über die Projektförderung. Ein Drittel der Fondsbeiträge wird von Zur Rose geleistet.

Während des Jahres informierte Zur Rose an verschiedenen Veranstaltungen über 150 teilnehmende Ärzte aus Gebieten mit Selbstdispensation über die Auswirkungen der Revision des Heilmittelgesetzes auf den Betrieb einer Praxisapotheke. Bezüglich moderner Bewirtschaftung und Qualitätssicherung bietet Zur Rose den Ärzten eine umfassende Beratung. Per 1. Januar 2018 wird auch der Kanton Schaffhausen die Selbstdispensation einführen. In Zusammenarbeit mit dem Hausärzteverband erläuterte Zur Rose 40 Schaffhauser Ärztinnen und Ärzten die Vorteile einer Praxisapotheke.

Patientenreport für bessere Therapietreue — Seit der Einführung des Patientenreports im Herbst 2016 nutzen bereits über 250 Ärzte diese Dienstleistung. Der Report schliesst die Informationslücke zwischen Arzt und Apotheke und bildet die Basis für eine Optimierung der Medikationstherapie von chronisch kranken Patienten. Dabei bietet er wertvolle Steuerungsinformationen zu Medikation sowie Bezugs- und Restmengen von Medikamenten. Die Adhärenzfachstelle von Zur Rose stellt eine kompetente Beratung für die verantwortlichen medizinischen Praxisassistentinnen sicher und skizziert Lösungsvorschläge im Problemfall.

Verwaltungsgerichtsurteil Kanton Aargau 
— Das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau entschied in seinem Urteil vom 16. November 2016 über bestimmte Aspekte des Versandhandels durch Zur Rose. Auch nach dem Gerichtsurteil dürfen Ärzte im Kanton Aargau wie bis anhin uneingeschränkt elektronische Rezepte an Zur Rose übermitteln. Zudem steht es ihnen weiterhin frei, Aktien von Zur Rose zu halten oder zu erwerben. Die Zusammenarbeit mit den Ärzten im Kanton Aargau wurde somit durch das Urteil nicht tangiert und kann in bewährter Art und Weise fortgesetzt werden.

Investitionen in der Logistik 
— Mit der Einführung des neuen Lagerverwaltungssystems im August 2016 wurden die Qualität und die Produktivität der Logistikleistungen weiter gesteigert. Das neue System gewährleistet ein hocheffizientes Management aller Logistikprozesse vom Wareneingang über die Kommissionierung bis zum Warenausgang. Täglich werden durchschnittlich 65 000 Artikel kommissioniert, in Spitzenzeiten sogar bis zu 100 000.

Versandgeschäft verzeichnet Umsatzrückgang 
— Durch den Verzicht auf margen­schwache Umsätze mit teuren Medikamenten im Bereich Specialty Care und durch den Wegfall des Geschäfts mit rezeptfreien Arzneimitteln (OTC) verringerte sich der Versandhandelsumsatz in der Schweiz im einstelligen Prozentbereich. Mit dem Bundes­gerichts­urteil vom September 2015 wurde der OTC-Versand faktisch verunmöglicht. Indessen nahmen die Verkäufe im klassischen Versand von rezeptpflichtigen Arzneimitteln an Privatkunden weiter zu. Die Kundenentwicklung war auch 2016 erfreulich: Knapp 30 000 Neukunden bestellten bei Zur Rose.

Omni-Channel-Strategie eingeleitet — Im Berichtsjahr verfolgte Zur Rose die Omni-Channel- Strategie im nicht selbstdispensierenden Gebiet konsequent weiter. Mit der im August 2016 eröffneten ersten Flagship-Apotheke beim Hauptbahnhof Bern verbindet sie das stationäre Geschäft mit dem Versandhandel. Der Kunde entscheidet selber über die Gestaltung des Kaufprozesses: Er kann Informationssuche und Bestellung nach Bedarf online tätigen, Bestellungen vor Ort abholen oder nach Hause liefern lassen oder auch den ganzen Kaufprozess in der Filiale abwickeln. In der topmodernen, vom italienischen Architekten Matteo Thun gestalteten Flagship-Apotheke ist die Marke Zur Rose unmittelbar erlebbar.

Im Dezember doppelte Zur Rose nach und kündigte eine Kooperation mit dem Migros-Genossen­schafts-Bund an: Auf der Filialfläche der Migros an der Berner Marktgasse eröffnet sie im Sommer 2017 die erste Shop-in-Shop-Apotheke der Schweiz. Zum ersten Mal stellt die Migros dabei ihre Verkaufsfläche einem Drittunternehmen zur permanenten Nutzung zur Verfügung. Die Shop-in-Shop-Apotheke mit Vollsortiment und automatischem Warenlager ist räumlich klar separiert und in der Nähe des Gesundheitssortiments der Migros angesiedelt. Ihr visueller Auftritt entspricht dem Markenbild von Zur Rose.

Ausbau Specialty Care — Das Specialty Care- Team intensivierte die Kooperation mit den Spitälern im Berichtsjahr und baute auch die Zusammenarbeit mit den Fachärzten weiter aus. Im Bereich der Gastroenterologie konnten gemeinsam mit ärztlichen Opinion Leadern neue Versorgungsmodelle entwickelt werden. Die Verabreichung der Medikation vereinfacht sich für die betroffenen Patienten damit wesentlich. Der Arzt erhält regelmässig einen detaillierten Rapport zum Therapieverlauf seiner Patienten, was sich positiv auf Adhärenz und Therapieerfolg auswirkt.

Verstärkung der Kooperation mit Krankenkassen — Die Anzahl Neukunden im Kassengeschäft, die ihre Rezepte an Zur Rose übermitteln, entwickelte sich erfreulich und nahm gegenüber dem Vorjahr um mehr als 30 Prozent zu. Mit Assura ist Zur Rose erstmalig eine Kooperation in der Grundversicherung eingegangen: Bei einzelnen Produkten erhalten die Versicherten einen Prämiennachlass von bis zu 22 Prozent, falls diese ihre Medikamente über die Versandapotheke oder eine Partnerapotheke beziehen. Insbesondere in den Kantonen Waadt und Genf birgt diese Zusammenarbeit grosses Wachstumspotenzial.

Erfreuliche Entwicklung Consumer Healthcare — Das Sortiment des Onlineshops wurde weiter ausgebaut – vor allem mit hochwertigen Kosmetikartikeln. Zusätzlich lancierte Zur Rose einen neuen Themenshop für Diabetiker. Derzeit besteht das Angebot im Webshop aus über 3000 Artikeln zu attraktiven Preisen. Der Ausbau trug zu einer posi­tiven Umsatzentwicklung bei, obwohl das Vorjahresniveau vor dem Bundesgerichtsentscheid zum Versand rezeptfreier Medikamente (OTC) noch nicht wieder erreicht werden konnte. Online bestellte OTC-Produkte können über die Zur Rose-Präsenzapotheken weiterhin bezogen werden.

Mitte 2016 erfolgte die Liveschaltung des neuen Webauftritts von Zur Rose. Dieser vereint alle bisherigen Online-Zugänge auf einer Plattform und stellt einen integrierten Markenauftritt mit bedürfnisgerechter Zielgruppenansprache sicher. Verschiedene Marketingmassnahmen im Online- und Printbereich trugen zur Stärkung von Markenpräsenz und Reichweite bei. Ein Novum war die kanalübergreifende Werbekampagne im November: Zur Rose gewährte im Flag­shipstore und im Online-Shop gleichzeitig 30 Prozent Rabatt auf das rezeptfreie Sortiment. Diese Aktion verlief auf beiden Absatzkanälen sehr erfolgreich. Grosser Beliebtheit erfreut sich weiterhin der elektronische Newsletter, der regelmässig zweimal im Monat verschickt wird.


Geschäftsentwicklung Zur Rose EU

Die Dienstleisterin für Arzneimitteldistribution und Marketing, Zur Rose Pharma in Halle an der Saale (Deutschland), erfreute sich im Geschäftsjahr 2016 einer positiven Umsatzentwicklung. Die Verkäufe nahmen gegenüber dem Vorjahr um über 10 Prozent zu. Rund 6 Millionen kommissionierte Artikel verliessen im Berichtsjahr das Logistikzentrum.

Neukundenquote erhöht — Auch im Geschäftsjahr 2016 setzte Zur Rose Pharma für ihre Kundin, die inhabergeführte Apotheke Zur Rose, verschiedene Marketingmassnahmen um. Mit einer selektiven Ansprache und Bearbeitung der Kunden gelang es, die bestehende Kundschaft noch stärker zu binden. Der Warenkorb pro Kunde stieg bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Bestellhäufigkeit. In diesem Zusammenhang erwies sich auch der Einsatz eines neu entwickelten Produktscorings als richtig: Gestützt auf die verarbeiteten Daten konnte die Breite von Artikeln auf ein bestimmtes Sortiment eingegrenzt werden, das sich besonders dazu eignet, über die Bewerbung im Markt Neukunden zu generieren. Im Ergebnis führten die umgesetzten Massnahmen zu einem erheblichen Neukundenzuwachs gegenüber dem Vorjahr.

Printwerbung zahlt sich aus — Zu den bewährten Marketingmassnahmen sowohl für die Apotheke Zur Rose als auch für deren Marke VfG gehört nach wie vor der Katalog, der quartalsweise an die Kundinnen und Kunden verschickt wird. Im Bereich Printwerbung für die Apotheke Zur Rose richtete Zur Rose Pharma im Geschäftsjahr 2016 zudem ein besonderes Augenmerk auf die Kommunikation zu aktuellen Themen und Gesund­heits­trends. Diese kundenfokussierte Ansprache zahlte sich in Form von mehr Kundenaktivität und höherer Kundentreue aus.

Erhöhung der Präsenz in Social Media — Für die Interaktion mit Kundinnen und Kunden setzte die Apotheke Zur Rose im Jahr 2016 verstärkt Facebook als Social-Media-Plattform ein. Mit Erfolg: Die Anzahl der Fans verdoppelte sich nahezu auf rund 8000 per Ende 2016. Die Präsenz auf den sozialen Netzwerken soll im Rahmen einer Social-Media-­Strategie weiter ausgebaut werden. In diesem Zusammenhang testet Zur Rose Pharma im Auftrag der Apotheke, die Kanäle nicht nur inhalts- und in­ter­aktionsbezogen zu nutzen, sondern auch als verkaufsförderndes Marketinginstrument einzusetzen.

TÜV-Siegel erneuert, Leistungen verbessert 
— Die Apotheke Zur Rose erlangte 2016 die Erneuerung des TÜV-Siegels mit dem Prädikat «Sehr gut» im Bereich Serviceleistungen und einem «Gut» im Bereich Preis-Leistungs-Verhältnis. Neben diesen Hauptkriterien wurden unter anderem auch Schnelligkeit der Lieferung, Verfügbarkeit der Produkte, Zahlungsmöglichkeiten, Umfang des Produktangebots und korrekte Lieferung bewertet. Zur Rose verbesserte sich gegenüber der letztmaligen Benotung 2014 in allen 17 Leistungs­merkmalen. Diese erneute Auszeichnung ist eine Anerkennung des hohen Serviceanspruchs und der starken Kundenorientierung der Apotheke Zur Rose. Auch Zur Rose Pharma freut sich über die sehr gute Benotung, wickelt sie doch für die Apotheke nicht apothekeninterne Prozessschritte ab, die sich auf die Qualität der Leistungen auswirken.

Webshop sehr gut bewertet — Seit Ende 2014 ist die Apotheke Zur Rose Trägerin des anerkannten Siegels des Marktführers «Trusted Shops», der sich an vertrauensbildenden Elementen von Webshops orientiert. Per Ende 2016 vermochte die Apotheke die bereits hohe Gesamtnote von 4.86 nochmals zu übertreffen und erreichte 4.88 von insgesamt 5 möglichen Punkten. Damit erfüllt sie sämtliche Qualitätsanforderungen wie Seriosität, Datenschutz und Liefersicherheit, was indirekt auch ein «Gütesiegel» für die Dienstleisterin Zur Rose Pharma ist.

Arbeitgeberin Zur Rose Pharma erntet An­erkennung 
— Im Dezember 2016 wurde Zur Rose Pharma zum vierten Mal in Folge das Gütesiegel «Top-Ausbildungsbetrieb» verliehen. Die IHK Halle-­Dessau vergab diesen Preis an insgesamt 25 Unter­nehmen im Raum Mitteldeutschland, die heraus­ragende Voraussetzungen im Rahmen der dualen Berufsausbildung bieten. Der Allgemeine Arbeitgeberverband der Wirtschaft für Sachsen-Anhalt e.V. zeichnete ebenfalls im Dezember Unternehmen mit besonders fortschrittlichen Digitalisierungslösungen aus. Im Rahmen dieses Wettbewerbs erreichte Zur Rose Pharma den hervorragenden dritten Platz. Anlässlich der dritten Berliner Pflegekonferenz im November 2016 wurde Zur Rose Pharma als eines von drei Unternehmen für den Otto-Heinemann- Preis nominiert. Dieser Preis wird Arbeitgebern verliehen, die sich durch einen besonderen Einsatz für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf auszeichnen.